PC037 Was gute Psychotherapeuten tun

9. Januar 2017, 6.00 Uhr / live on tape vom 5. Januar 2017

Im siebenunddreißigsten PsychCast sprechen wir zunächst über Christians Audiokommentar, der uns vom KIDZ-Podcast erreicht hat und sich auf Neuroleptika bezieht. Danke dafür! Dann sprechen wir über unsere Vorstellungen, was eine gute Therapeutin, ein guter Therapeut tun sollten (auch wenn das naturgemäß nicht immer 24/7 gelingen kann…).
Absolute Buchempfehlung zu diesem Thema für alle angehenden, neuen und etablierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, und alle, die sich für Psychotherapie interessieren oder Yalom-Fans sind:

Irvin D. Yalom: Der Panama-Hut oder Was einen guten Therapeuten ausmacht (Amazon Affiliate Link)

und hier die anfangs erwähnte Fundsache der Woche über den „allgemeinen Eindruck“:

Michael Linden et al.: Der „allgemeine Eindruck (Impression Formation)“ in der Diagnostik und Therapie psychischer Störungen

Die Achtsamkeits-App

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9 Gedanken zu „PC037 Was gute Psychotherapeuten tun“

  1. Gabrielle Lindemann

    meditation
    headspace.com app I found to be the best (i do not profit) as it comes closest to doing some actual training with a highly qualified teacher, which I would always recommend.
    Training (or retraining) the mind is a complex process which, as psychiatrists you already know, of course. I feel it is best undertaken with circumspection.
    I see parallels with psychotherapy which also works in areas of training patients minds and I presume you would probably not tell your patients to learn to manage their various conditions solely with an app or book, though you may recommend them as aids to the therapy in specific cases?

    Good luck! I hope you will succeed….there is a book worth of comments here which I find hard to refrain from writing…luckily regular meditation has given me awsome impulse control….

  2. Ich bin während der Vorbereitung auf die (erfolgreiche) Psychiatrie/Psychotherapie-Prüfung bei der Ärztekammer auf Eure Seite gestossen, habe dabei viel gelernt und auf der Fahrt zur Prüfung habe ich am Morgen noch diesen Beitrag übe gute Psychotherapeuten gehört. War wirklich klasse und beruhigend – und konnte bei den anderen Prüflingen für Euch Werbung machen und sogar am Ende der Prüfung etwas aus Eurem Beitrag topaktuell zitieren. Weiter so, es ist toll und bereichernd, Euch bspw. beim Autofahren zuzuhören.

  3. Habe Euren Podcast erst jetzt gehört, Eure Punkte, die einen guten Therapeuten auszeichnen , sprechen mir als Nephrologin aus der Seele und sind doch auch die drei Punkte, die einen guten Arzt im Allgemein ausmachen:
    1. Herstellen einer guten Beziehung
    2.Verstehen was die aktuelle Not, das akute Problem ist und
    3. Hoffung machen ( Aufbau eines positiven Erwartungshorizontes, hat das nicht Uexkül gesagt? )
    Das klingt so einfach und ist aus meiner Sicht der Schlüssel, um auch in der Schulmedizin psychosomatisch zu arbeiten.
    Aber dazu muss man nicht auf das Symptom, sondern auf den ganzen Menschen blicken (nicht nur den Psycho, sondern den Menschen sehen, wie Ihr gesagt habt) Diese Haltungsänderung wäre der Kern einer neuen Medizin.

  4. Ich möchte Carl Rogers hier nennen
    EmpathieWertschätzung und bewertungsfreies Zuhören,Authentizität des Therapeuten.Ausreden lassen.Nach der Innenperspekive fragen.
    Den Klienten nd sein Problem und seine Schwierigkeiten ernst nehmen,Augenhöhe herstellen.
    Brücken bauen finde ich auch gut-vertrauensvolle Arbeitsbeziehung herstellen.Gemeinsam ein Erklärungsmodell erarbeiten.

    Dazu möglichst wenig interpretieren &bewerten, sondern im Zweifel sogar wortwörtlich nehmen.Probleme nicht „abtun“ sondern weiter nachfragen.

    Den Klienten verstehen wollen und ihm helfen wollen-auch, was Jan sagte die Stärken,das gesunde,die Ressourcen sehen.
    Das Problem des Klienten verstehen wollen um es mit ihm zu lösen was auch beinhaltet ihn zu fragen, wobei er Hilfe braucht und wo seine besonderen Schwierigkeiten sind.

    Ratgeber &Therapeutensicht ja, wenn der Klienten ausdrücklich drum bittet oder danach fragt.
    Ratschläge sind auch Schläge, wenn sie ohne ausdrückliche Bitte des Klienten danach direkt geäußert werden.

    Und Querverweis zum Thema „Einbeziehung von Angehörigen“ -ggf sogar gezielt nach Konflikten mit familienmitgliedern fragen.Können ja auch Interaktionsstörungen und dysfunktionale Familiemuster vorliegen die der Klient eben allein nicht bewältigen kann.Stichwort Alexithymie und strukturelle Beziehungsstörungen die daraus resultieren.

    Gezielt nach Konflikten&Mustern fragen und wie diese „ausgegangen “ sind -ob diese weiterhin schwelen.Nach Konfliktverhalten fragen.
    Offen ggf sogar nach Erziehungsstil fragen und zur Beziehung &Verhältnis zu einzelnen Familienmitgliedern.

    Transparenz zu Methode und Aufklärung finde ich auch sehr wichtig und ggf auch weiter zu verweisen.
    Ich glaube-dass auch infolge der ohnehin schon langen Wartezeiten die Patienten diesen in ihrer Verzweiflung erstmal nehmen aber nur wenig Wissen da ist welche Arten es gibt -das eäre auch wichtig eine Art grobe Übersicht zu haben -ggf sogar auf 1 DINA4-Blatt welche Therapieformen es gibt und was die Methode ist.Wobei das vermutlich auch Inhalt des Erstgesprächs sein sollte.
    Eigentlich sollten die Punkte selbstverständlich sein-meine Erfahrung auf Klientenseite zeigt aber,dass es so leider nicht immer ist.Klar ist auch,Perfekt gibt es nicht und Fehler passieren.Das ist menschlich-Entscheidend ist wie der Umgang damit ist in Konflikten.Ob dort Offenheit vorhanden ist Probleme &Konflikte oder das sich nicht verstanden fühlen ansprechen zu können.

    1. Die Punkte was einen guten Therapeuten ausmacht dürfen gern als “ Gebote“ sehen -sicher können nicht immer alle Punkte umgesetzt werden und jeder hat auch mal einen schlechten Tag.Es sollte dennoch dem Therapeuten wichtig sein -wie Irvin D.Yalom dies formuliert,am Ende der Stunde zu erfragen wie die Stunde und auch die Beziehung selbst vom Patienten erlebt wurde und ob der ggf behandelteKonflikt auch für den Patienten hilfreich behandelt wurde.
      Auch einleitend wichtig:
      Den Patienten im Erstgespräch vorbereiten auf die Therapie,darauf was Schwerpunkte etc sind.Worauf der Patient achten soll wie Träume,Wünsche,Muster erforschen oder Konflikte etc.

  5. Echt sehr empfehlenswertes Buch, der Panamahut.Ich finde es ziemlich traurig dass einige der Punkte eigentlich vorausgesetzt werden sollten.Ich würde mir sehr wünschen dass das Buch auch hier viel mehr Therapeuten lesen sollten.
    Irvin D. Yalom bezieht sich ja auch auf Carl Rogers: Einfühlungsvermögen, bedingungslose, positive Anteilnahme und Aufrichtigkeit- Dinge die ich mir auch in Therapien unabhängig der Therapieschule wünschen würde und schon häufig genug nicht vorhanden sind oder gar noch das Gegenteil vorkommt.
    Der Panama-Hut lohnt sich unbedingt zu lesen.
    Besonders was die therapeutische Beziehung angeht schreibt Irvin D. Yalom ja, dass er am Ende jeder Therapie danach fragt, wie der Klient die Beziehung in der Stunde wahrgenommen hat und auch die Art der Beziehung die er aufgebaut hat entsprechend seiner Erläuterungen und Sätze empfinde ich als sehr respektvoll, wertschätzend und aufrichtig.

    Vielleicht sind es gerade die ggf bisher unbekannten Asperger, die in Therapie besonders häufig missverstanden werden.Wo noch Alexithymie und ohnehin schon vorhandene Schwierigkeiten mit der Theory of Mind schlichtweg nicht verstanden oder gar abgetan werden.Wo stattdessen das starke Bedürfnis-Theory of function ebenso nicht verstanden wird weil schlichtweg keine Kenntnisse seitens des Therapeuten vorhanden sind.Ohne Frage ist die Therapie von ASS&ADHS ganz sicher eine Herausforderung und bedarf entsprechender Kenntnisse.Umso wichtiger werden da einzelne Punkte die Irvin D.Yalom erklärt.Aber das wichtigste bleibt das Einfühlungsvermögen.
    Ich habe mir auch überlegt dass für jemanden der selbst stark analytische Fähigkeiten hat auf den ersten Blick Psychoanalyse erstmal hinsichtlich des Wortes selbst hoch interessant wirkt.Wo aber im ungünstigen Falle der ( unerkannte)Aspie sich komplett missverstanden fühlt-ein solches Beispiel las ich in einer Therapiekolumne in der Psychologie heute) was mich sehr bewegte.Zudem schreibt Prof.Tebartz van Elst,dass sich die Hochfunktionalen Ausprägungen wegen Beziehungskonflikten in Psychotherapie oder wegen (lang andauernder Erschöpfung) in der Psychosomatik vorstellen.
    Von bisherigen Therapeuten ständig missverstanden oder gar falsch behandelt zu werden, führt im Zweifel zu noch größeren Versagensgefühlen oder gar Verzweiflung weil man ja hofft, dass zumindest der Therapeut die Schwierigkeiten versteht und ernst nimmt.Und kein: Ach sind Sie schon wieder auf ihrer Bühne?Oder Therapeut freut sich wenn Klient einsilbig wird oder gar nichts mehr sagt.Auch leider schon erlebt.

  6. Der Punkt -habt Ihr indirekt auch angesprochen- ist auch wichtig: Der Therapeut passt seine Methode ggf an die Fähigkeiten und Affinität des Patienten an und kreiert eine individuelle an die Bedürfnisse des Patienten an.
    Angenommen der Patient kommt stark analytisch und mit logischer Erklärung besser klar.Oder kann ggf Gefühle und deren Ausprägung besser in Zahlenskalen darstellen oder bringt sein Problem mit Hilfe von div. Fragebögen dar etc.Also den Patienten da abholen wo er steht und sich ggf auch langsam un nachfragend weiter rantasten.Bei Alexithymie z.B mittels der Liste von Emotionen der Broaden Built-Theorie mit dem Gefühlsfaktor.Wobei die ggf gut helfen kann,Gefühle rein rational anhand der reinen wortmäßigen Bedeutung danach auszuwählen die grad am besten passen könnten ohne ggf zu wissen wie sich diese konkret anfühlen -also so auch kognitiv Mentalisierungsfähigkeit zu lernen.
    Das wäre auch eine interessante Umfrage unter Patienten-welche Eigenschaften ihnen besonders wichtig sind oder ob diese ggf in früheren Therapien vermisst wurden.Soll ja Patienten geben die leider auch schon schlechte Erfahrungen gesammelt haben.

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