PC088 Lügen und betrügen (Jan Sturmsohn, Opfer des Mäusebussards)

In der 88. Ausgabe des PsychCasts sprechen wir über das Lügen und Betrügen und über den Umgang damit im professionellen psychotherapeutischen Raum und im Alltag. (Lügen sollte man übrigens immer nah an der Realität.)

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5 Gedanken zu „PC088 Lügen und betrügen (Jan Sturmsohn, Opfer des Mäusebussards)

  1. Moin! Diese Folge hat bei mir einen kleinen Mitteilungsdrang ausgelöst. Damit es in einem Kommentar nicht zu viel wird, verteile ich meine Gedanken in 3 Posts. Ich hoffe das ist in Ordnung. 1.) Von so einem Raubvogel Angriff habe ich auch erst kürzlich gelesen und Bilder gesehen. Darum habe ich mir fast gedacht, dass die Geschichte wahr ist. Allerdings war ich ganz überrascht, dass Jan das tatsächlich selbst passiert ist. Ich dachte, das wäre nur eine Erzählung des besagten Falls aus der kürzlichen Presse gewesen. 😀

  2. 2.) Pseudologica phantastica
    So weit ich mich erinnere, ist der Begriff in eurer Folge nicht gefallen.
    Ich bin darauf durch meinen EX-Freund gestossen. Ich war fast 5 Jahre mit ihm zusammen. Das letzte Jahr haben wir sogar in einer gemeinsamen Wohnung zusammen gewohnt. Ich dachte, ich könnte ihm vertrauen. Dann stellte sich durch einen Anruf der Bank und eines Anwalts heraus, dass beinahe alles an seiner Person erfunden und erlogen war. Also sein Wohnort, wo er aufgewachsen ist, wer seine Eltern sind, was diese beruflich machen, wo diese wohnen, sein Vorname, sein Beruf… das alles war ERFUNDEN. Das ist unglaublich, oder? Ich könnte es selbst nicht glauben, wenn nicht nur ich, sondern auch mein ganzes Umfeld auf seine Storys reingefallen wäre. Er hat seine Phantasie gelebt! Er muss es selbst schon fast geglaubt haben um es so authentisch rüber zu bringen. Leider hat er mich auch finanziell betrogen. Meine Kreditkarte geplündert, von meinem Stiefvater sogar unter fadenscheinigen, abenteuerlichen Gründen sehr viel Geld “geliehen” , von denen ich auch erst später erfahren habe, da dass hinter meinem Rücken ablief. Meinen Mietanteil habe ich ihm überwiesen und er sollte schlussendlich die Gesamtmiete an den Vermieter bezahlen. Das hat er nie gemacht, was dann nach 8 Monaten aufgeflogen ist mit allem anderen, weswegen ich ihn dann auch verlassen habe. Abgefahren, oder?

  3. 3) Borderliner lügen.
    Vermutlich habt ihr recht. Allerdings sollte die Aussage nicht absolut gesehen werde.
    Ich habe in meiner Vergangenheit selbst schon diese Diagnose bekommen und mir wurde von vereinzelten Therapeuten/Ärzten dadurch suggeriert, dass man mir aufgrund der Diagnose sowieso nichts glauben könnte.
    Das hat mich sehr verunsichert und lange Zeit wollte ich deswegen auch gar nichts mehr erzählen. Zum Glück geschah das nie bei Ärzten meines Vertrauens, sondern nur bei oberflächlichen Screenings/Klinikkontakten von Ärzten, die mich überhaupt nicht kannten. Aber es schmerzte doch sehr.

  4. Vielen Dank für diese Folge, ich habe sie genossen!

    Zwei kurze Hinweise zu Eurer begrifflichen Einordnung:
    1) neben Simulation, Aggravation und Verdeutlichung ist auch die Dissimulation sehr spannend. Diese ist ja ebenfalls eine Abweichung von der “Wahrheit” im Sinne von Verharmlosen oder Verschweigen von Symptomen, meiner Erfahrung nach im klinischen Kontext nicht selten und sollte daher (wie ihr so schön sagtet) im Patientenkontakt “mitgedacht” werden.
    2) für das gezielte Verschweigen einzelner Informationen (z.B. in der Therapie) verwende ich den Begriff der selektiven Offenheit. Eine Form von “fehlender Wahrheit”, die in der Psychotherapie oft auf Gegenseitigkeit beruht. Denn als Therapeut gibt es oft auch Informationen, die ich aus z.B. therapeutischen Überlegungen auch auf Nachfrage hin zurückhalte.

    Vielen Dank für Eure Denkanstöße, macht weiter so!

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