PC082 Breaking News: Update zur Reform der nicht-ärztlichen Psychotherapeutenausbildung

Am vergangenen Mittwoch hat das Kabinett dem Gesetzesentwurf zur Reform der psychologischen Psychotherapeutenausbildung zugestimmt. Wir hatten in der viel diskutierten Folge PC079 über den damaligen Stand, den Referentenentwurf zu diesem Gesetz, gesprochen. In der nun verabschiedeten Version bleibt es bei einem Direktstudium, auch die gesicherte Finanzierung des PiA Zeit bleibt, es gibt zum Glück aber drei Änderungen, die wesentliche Kritikpunkte am Entwurf aufnehmen.

  • Es wird keinen Modellstudiengang “Psychopharmakologie” geben
  • Die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” darf weiterhin auch von anderen Berufsgruppen, die nicht den Direktstudiengang absolviert haben, verwendet werden, Ärzte dürfen dann “Ärztlicher Psychotherapeut” oder einfach “Psychotherapeut” heißen
  • Die somatische Konsiluntersuchung vor Beginn einer Psychotherapie bleibt weiterhin verpflichtend.

Das sind sehr vernünftige und erfreuliche Änderungen des Gesetzesvorhabens. Damit kann man leben…

Schließlich stellen wir ein Missverständnis klar, dass sich auf Twitter breit gemacht hat: Wir vom PsychCast glauben nicht, dass Ärzte unbedingt die besseren Psychotherapeuten sind und wollten Psychologische Psychotherapeuten niemals irgendwie in ihrer Kompetenz herabwürdigen.

Hört euch unsere 15-minütige Breaking-News Folge unbedingt an!

4 Gedanken zu „PC082 Breaking News: Update zur Reform der nicht-ärztlichen Psychotherapeutenausbildung

  1. Was ich mich als Patientin frage ist, welche Therapieform wird den in dem Studiengang gelehrt. Also wird es für mich als Patientin schwieriger zb einen tiefenpsychologischen Therapeuten zu finden. Oder in die Analyse zu gehen? Da ich gehört habe, dass an den Hochschulen meist Verhaltenstherapie gelehrt wird? Wäre schade, wenn dadurch die Vielfältigkeit schwindet. Da ich glaube die unterschiedlichen Schulen sind gut, um die Unterschiedlichkeit der Patienten abzudecken. Ansonsten freue ich mich für die pias, dass da jetzt bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Bin selbst in Behandlung bei einer und mir geht dadurch im besser, also leistet die wohl gute Arbeit die eine vernünftige Bezahlung verdient

    • Liebe Maria,
      die Vielfalt sollte unbedingt erhalten werden, leider wird tatsächlich an den Unis die Psychodynamik (also Psychoanalyse und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) oder verschmäht, was sicher die Diversität einschränkt. Der Plan ist aber, das alle Grundorientierungen ihren Platz in dem neuen Studiengang finden sollen, was wir auch sehr hoffen.
      Die Psychodynamik wird derzeit sehr in Untersuchungen und in der Hirnforschung bestätigt. Sie wird wieder Aufwind bekommen!
      Herzliche Grüße, Alex vom PsychCast

  2. Ah und ich höre euch gerne und glaube auch das die Vergabe von Medikamenten getrennt passieren sollte von nicht ärztlicher Psychotherapie. Finde es aber als betroffene von psychischer Erkrankung doch etwas schwer zu überblicken, trotzdessen ich die Vielfältigkeit an Angeboten schätze.

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