Persönliche Gedanken – kein Ratgeber, keine Leitlinie, sondern wie ich es nach knapp zwanzig Jahren in Psychosomatik und Psychotherapie sehe. Zwischen dem, was wir von Psychotherapie erwarten, und dem, wie sie in der Praxis funktioniert, klafft manchmal eine Lücke. Ich gehe in dieser Folge ein paar Sätzen nach, die ich immer wieder höre – „Ich wollte schon immer mal eine Therapie machen“, „Ich brauche jemanden, der mich begleitet“, „Das Symptom soll weg“. Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, jemandem einen Denkfehler nachzuweisen. Im Gegenteil: Die meisten dieser Erwartungen sind kluge Versuche, sich in einer zunehmend psychologisierten Kultur und einem knappen Versorgungssystem zurechtzufinden. Die Frage, die mich umtreibt, richtet sich an dieses System – nicht an die, die Hilfe suchen. Unterwegs landen wir bei ein paar Dingen, die mir wichtig sind: warum Therapie eher ein Neuanfang ist als eine Begleitung. Warum man Gesundheit nicht erarbeiten kann, sondern – wie beim Einschlafen – nur die Bedingungen dafür herstellt. Und warum eine Gruppentherapie keine Budgetversion der Einzeltherapie ist, sondern etwas ganz Eigenes.
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Hier ist die Folge mit Video:
Mir stellt sich die Frage für die, die erstmals eine Therapie machen ob die betroffenen überhaupt sich vorher meist mit den unterschiedlichen Therapieschulen beschäftigt haben oder ob da bei den „Erstlingen“ noch hohen „Aufklärungsbedarf“ gibt.
Was ist mit denen, denen gesagt wird „sie sollen mal eine Psychotherapie“ machen?Als nächstes müssen ja auch Ziele festgelegt werden.
Müsste nicht eigentlich bei den Stundenkontingenten weit mehr erweitert werden z.B in 10h-Intervall nach Schweregrad?Und sollte nicht bei Verbesserung irgendwann dann der Schritt in Richtung „Coaching“ gehen?
Ich finde dass gerade für die dringenden& schwereren Fälle nach stationärer Behandlung ein Kontingent vorbehalten sein?
Wäre es nicht ein Ansatz gleich zum Download für die Neupatienten kurze Infoblätter zu habe zu den Themen was passiert in der Therapie?Z.B
1 Was sind die Schwerpunkte der angebotenen Therapieform – ggf auch als Überblick?
2 Bei welchen Zielen und Erkrankungen ist die Therapie besonders geeignet?
3 Welche möglichen Therapieziele -mit verschiedenen Optionen- können Inhalt der Therapie sein?
4 ggf gleich Anamnesebogen, damit die „Neuen“ auch gleich merken dass Therapie auch Arbeit bedeutet und sich schon mal mit sich selbst befassen können.
5 Mythen und Irrtümer was Therapie nicht leisten kann.
6 Literaturliste empfohlener Bücher
Wäre das nicht auch die Aufgabe der Krankenkassen etc aber auch der Hausärzte über verschiedene Therapieverfahren aufzuklären und muss nicht Psychotherapie ausschließlich denen vorbehalten bleiben, die wirklich z.B eine psychische Krankheit haben?
Und sollte nicht je nach Schweregrad das Stundenkontingent gestaffelt werden?
Sehe ich auch so: Psychotherapie bedeutet altes und dysfunktionales Verhalten &Denkweisen aufzugeben und Veränderungen anzugehen.
Ansonsten muss ganz klar gesagt dass ein Coaching eher geeignet ist “ weil keine Störung vorhanden ist.Auch sollte ganz klar von Hausarzt aufgeklärt werden ob es primär ein psychiatrisches oder psychosomatischen Problem ist und erst im zweiten Schritt die Therapieform auszuwählen?Psychiater machen ja auch Psychotherapie.
Ja Therapie ist für den Patienten auch Arbeit an der eigenen Besserung mitzuarbeiten.
Nochmal zusammen gefasst:
Therapie und Coaching haben eigene Schwerpunkte und Anwendungsbereiche,beide sollten aber nicht nach dem Motto “ Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ verstanden werden sondern als Hilfe zur Selbsthilfe,nachzureifen und ggf Entwicklungsschritte nachzuholen.
Die daran anknüpfende Weisheit wäre “ von nichts kommt nichts“.Also Mitarbeit ist unbedingte Voraussetzung-rein in die eigene Verantwortung kommen und ins eigene Tun und die angemessene Selbstreflexion.
Ansonsten gibt es grad zu ADHS &Autismus auch wunderbare Bücher zum Lesen und zu Autismus auch wirklich gute Youtube-Kanäle.Auch eine Selbsthilfegruppe kann eine gute Option sein.
Interessantes Nebenthema wäre das der verschiedenen Erziehungsstile wie Autoritäre Erziehung oder Laissez fair-Erziehung etc.-Dazu liebe ich das Buch “ Jetzt bin ich schon wie meine Eltern“.Echt empfehlenswert wo die Folgen & Ausprägungen der Erziehungsstile Autoritär& Behavioristisch beschrieben sind.Ein besonderer Aspekt wären da noch die Methoden der “ schwarzen Pädagogik“ : Drohen,Bestrafung,Beschämen, Schuld induzieren etc.
Aber auch da gibt es wirksame Methoden wie der des “ Nachbeelterns“ etc.Also auch da gilt es einen Schritt in die eigene Selbstwirksamkeit zu unternehmen der sicher auch mit unangenehmen Emotionen & Einsichten verbunden ist.
Ich habe selbst eine Posse in 2024 des “ Systems“ erlebt,der ich letztlich auch teilweise dankbar sein weil ein Ergebnis der Therapie auch eine ADHS-Diagnose war..Primär brauchte ich die Therapie weil die Rentenversicherung eine Empfehlung für eine psychosomatische Reha zu bekommen für meinen Reha-Antrag.Das wäre genauso gut in 1-3 Sitzungen gegangen.Dafür hätte es keine 25 h bedurft.Das ist absurd denn eigentlich hätte das pragmatisch auch ein Coach bestätigen können.Aber Nein entsprechend der Gründlichkeit der Behörden muss es ein Psychotherapeut sein-zumal man dann auch noch einen Termin bekommen muss.Auf dem Land -ich rede von Brandenburg-ist ohnehin sehr schwer einen Termin zu bekommen-also zahle ich lieber selbst-denn Psychiater mit Schwerpunkt ADHS haben ohnehin mit Kasenzulassung keine Termine. So bekomme ich auch bedarfsweise und kurzfristig Termine.
Alles andere lese ich mir selbst an und schaue was ich selbst machen kann-Prinzip Selbstwirksamkeit und Resilienz verbessern.Kurzum die kassenärztliche& kassentherapeutische Versorgung auf dem Lande ist katastrophal.
Ergänzung: in der Zeit meines Rehaantrags war ich in einem tiefenpsychologischen Coaching.Bei Reha- Beantragung bedarf bei Psychosomatik der Empfehlung eines Psychotherapeuten oder Facharztes: Psychiatrie,Neurologie,Psychosomatik.Oder vom Betriebsarzt und selbst bei der Reha wird nach Therapiezielen gefragt.
Zudem ist in der psychosomatischen Reha die Therapieform überwiegend Gruppentherapie wobei dort mit dem Bezugstherapeuten ggf eine geeignete Gruppe ausgewählt wird.
Aus meiner Erfahrung sind viele Probleme auch grad mit Beruflichen Schwierigkeiten & Erschöpfung ein optimales Gruppenthema.
Auch für erneute Reha-Anträge muss dann wieder ein Facharzt / Psychotherapeut seine Empfehlung angeben und am besten wird auch da eine Psychotherapie gefordert.
Die Hürden für Reha sind also doch ziemlich hoch und viele Anträge werden erstmal abgelehnt.
Es bedarf wirklich gründlicher Vorinformation -z.B. Therapieschulen und Vorbereitung auch einer Therapie.
Ich find Deinen Beitrag wirklich auf den Punkt gebracht zu den verschiedenen Missverständnissen -genial finde ich den Begriff Pop-Psychologie.Traurig& erschreckend, dass da so viel Halbwissen und so viele Mythen kursieren.
Liebe Eileen, vielen herzlichen Dank für Deine Kommentare zu dieser und anderen Folgen. Die sind echt Gold wert und sind eine sehr gute ergänzende Sicht und man kann daraus sehr viel mitnehmen. Danke für Dein hohes Engagement hier für den PCPP! Liebe Grüße, Alex
Lieber Alex vielen Dank für Deine Rückmeldung über die ich mich sehr gefreut habe.
Ich danke auch Dir für Deine Podcasts die für Interessierte auch sehr hilfreich sind.Sorry für die Flüchtigkeitsfehler und Grammatik-Fehler -Über Smartphone ist das Schreiben manchmal bisschen schwierig.Dazu ADHS;-)Aber auch ADHS sollte ja keine Ausrede sein,nicht aus eigener Initiative an einer Verbesserung zu arbeiten und sich selbst zu informieren.
Beruflich als Dienstleisterin kommen mir einige Themen sehr bekannt vor von meiner Kliententel.Aber auch da ist es mir wichtig, dass auch meine Bauherren selbst mit Verantwortung übernommen und auch mir ist Transparenz und Hintergrundwissen zu vermitteln sehr wichtig-ebenso wie auch mit den Kunden mich auf Augenhöhe zu befinden-dazu gehören aber auch mal klare Ansagen was die Mit -Verantwortung der Bauherren anbetrifft.Letztlich erkenne ich im Engagement und dem Informationsstand dieser ja auch wie viel sie sich schon beschäftigt haben mit dem Thema.
So bringen ja gerade und vor allem Augenhöhe und Transparenz erst Vertrauen und damit Nachhaltigkeit durch Weiterempfehlungen.
Ansonsten gilt Schuster bleibe bei Deinen Leisten und sage klar was nicht Dein Gebiet ist und empfehle Netzwerkkollegen.
Narzissmus in seiner gesunden und funktionalen und reifen Form gliedert sich ja gleich an Dein Thema an -dazu finde ich das gerade erschienene Dossier von Psychologie heute sehr empfehlenswert – und auch da sind einige unangenehme Wahrheiten zu “ bearbeiten“.
Ich sehe so Resilienz auch nicht als finalen Zustand sondern als Prozess,der ein Leben lang andauert.Veränderung braucht Bereitschaft &Motivation& Willen.