PC163 Ambulante Psychotherapie: Erwartung und Realität – ein PsychCast-Essay aus der Praxis

Persönliche Gedanken – kein Ratgeber, keine Leitlinie, sondern wie ich es nach knapp zwanzig Jahren in Psychosomatik und Psychotherapie sehe. Zwischen dem, was wir von Psychotherapie erwarten, und dem, wie sie in der Praxis funktioniert, klafft manchmal eine Lücke. Ich gehe in dieser Folge ein paar Sätzen nach, die ich immer wieder höre – „Ich wollte schon immer mal eine Therapie machen“, „Ich brauche jemanden, der mich begleitet“, „Das Symptom soll weg“. Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, jemandem einen Denkfehler nachzuweisen. Im Gegenteil: Die meisten dieser Erwartungen sind kluge Versuche, sich in einer zunehmend psychologisierten Kultur und einem knappen Versorgungssystem zurechtzufinden. Die Frage, die mich umtreibt, richtet sich an dieses System – nicht an die, die Hilfe suchen. Unterwegs landen wir bei ein paar Dingen, die mir wichtig sind: warum Therapie eher ein Neuanfang ist als eine Begleitung. Warum man Gesundheit nicht erarbeiten kann, sondern – wie beim Einschlafen – nur die Bedingungen dafür herstellt. Und warum eine Gruppentherapie keine Budgetversion der Einzeltherapie ist, sondern etwas ganz Eigenes.

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Hier ist die Folge mit Video:

4 Gedanken zu „PC163 Ambulante Psychotherapie: Erwartung und Realität – ein PsychCast-Essay aus der Praxis“

  1. Mir stellt sich die Frage für die, die erstmals eine Therapie machen ob die betroffenen überhaupt sich vorher meist mit den unterschiedlichen Therapieschulen beschäftigt haben oder ob da bei den „Erstlingen“ noch hohen „Aufklärungsbedarf“ gibt.
    Was ist mit denen, denen gesagt wird „sie sollen mal eine Psychotherapie“ machen?Als nächstes müssen ja auch Ziele festgelegt werden.
    Müsste nicht eigentlich bei den Stundenkontingenten weit mehr erweitert werden z.B in 10h-Intervall nach Schweregrad?Und sollte nicht bei Verbesserung irgendwann dann der Schritt in Richtung „Coaching“ gehen?
    Ich finde dass gerade für die dringenden& schwereren Fälle nach stationärer Behandlung ein Kontingent vorbehalten sein?

    1. Wäre es nicht ein Ansatz gleich zum Download für die Neupatienten kurze Infoblätter zu habe zu den Themen was passiert in der Therapie?Z.B
      1 Was sind die Schwerpunkte der angebotenen Therapieform – ggf auch als Überblick?
      2 Bei welchen Zielen und Erkrankungen ist die Therapie besonders geeignet?
      3 Welche möglichen Therapieziele -mit verschiedenen Optionen- können Inhalt der Therapie sein?
      4 ggf gleich Anamnesebogen, damit die „Neuen“ auch gleich merken dass Therapie auch Arbeit bedeutet und sich schon mal mit sich selbst befassen können.
      5 Mythen und Irrtümer was Therapie nicht leisten kann.
      6 Literaturliste empfohlener Bücher

  2. Wäre das nicht auch die Aufgabe der Krankenkassen etc aber auch der Hausärzte über verschiedene Therapieverfahren aufzuklären und muss nicht Psychotherapie ausschließlich denen vorbehalten bleiben, die wirklich z.B eine psychische Krankheit haben?

    Und sollte nicht je nach Schweregrad das Stundenkontingent gestaffelt werden?

    Sehe ich auch so: Psychotherapie bedeutet altes und dysfunktionales Verhalten &Denkweisen aufzugeben und Veränderungen anzugehen.

    Ansonsten muss ganz klar gesagt dass ein Coaching eher geeignet ist “ weil keine Störung vorhanden ist.Auch sollte ganz klar von Hausarzt aufgeklärt werden ob es primär ein psychiatrisches oder psychosomatischen Problem ist und erst im zweiten Schritt die Therapieform auszuwählen?Psychiater machen ja auch Psychotherapie.
    Ja Therapie ist für den Patienten auch Arbeit an der eigenen Besserung mitzuarbeiten.

  3. Ich habe selbst eine Posse in 2024 des “ Systems“ erlebt,der ich letztlich auch teilweise dankbar sein weil ein Ergebnis der Therapie auch eine ADHS-Diagnose war..Primär brauchte ich die Therapie weil die Rentenversicherung eine Empfehlung für eine psychosomatische Reha zu bekommen für meinen Reha-Antrag.Das wäre genauso gut in 1-3 Sitzungen gegangen.Dafür hätte es keine 25 h bedurft.Das ist absurd denn eigentlich hätte das pragmatisch auch ein Coach bestätigen können.Aber Nein entsprechend der Gründlichkeit der Behörden muss es ein Psychotherapeut sein-zumal man dann auch noch einen Termin bekommen muss.Auf dem Land -ich rede von Brandenburg-ist ohnehin sehr schwer einen Termin zu bekommen-also zahle ich lieber selbst-denn Psychiater mit Schwerpunkt ADHS haben ohnehin mit Kasenzulassung keine Termine. So bekomme ich auch bedarfsweise und kurzfristig Termine.
    Alles andere lese ich mir selbst an und schaue was ich selbst machen kann-Prinzip Selbstwirksamkeit und Resilienz verbessern.Kurzum die kassenärztliche& kassentherapeutische Versorgung auf dem Lande ist katastrophal.

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