Krank werden und zum Patienten zu werden wird in unserer Gesellschaft vor allem medizinisch und biologisch gesehen. Es setzt jedoch eine Reihe psychischer Prozesse in Gang, die aus unserer eigenen Entwicklung, auch der psychischen Entwicklung, verstehbar werden. Diese Folge ist ein Deep Dive in genau diese innerseelischen Vorgänge.
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Quellen:
Strain J. (2017). Persönlicher Vortrag am NYPSI – https://nypsi.org/
Akhtar S. (2009). Comprehensive Dictionary of Psychoanalysis. London: Karnac Books.
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Hallo ihr Lieben,
Als erstes Mal, Euer Podcast ist super. Höre ihn wahnsinnig gern. Bin selbst klinische und forensische Psychologin und finde es immer wieder interessant wie ihr manch schwierige Themen rüberbringt. Klar ist es keine Vorlesung. Soll es ja gar nicht sein. So wie es ist, finde ich persönlich es klasse.
Als weiteres Thema würd ich gern folgendes vorschlagen:
Psychologische Testverfahren in den unterschiedlichen Bereichen. Welche bekannten und „guten“ es gibt. Denn für Diagnosen und dann weitere Behandlungen / Therapie ist es ja oft sinnvoll die Anamnese / Exploration damit zu unterstützen. Wie seht ihr das? Arbeitet ihr damit oder eher nicht? Ganz liebe Grüße
Vielen Dank für Deinen Kommentar! Das Thema nehme ich sehr gerne auf die Lange Themen-Liste auf! Herzliche Grüße vom PsychCast
Hallo Alex,ich würde gern aus Patientensicht-Psycosomatik speziell noch folgendes ergänzen was so die Situationen anbetrifft die ungünstigerweise auch entstehen können.1 Jahr nach der Tagesklinik erhielt ich die Diagnose ADHS,2 Jahre danach die vielleicht thematisch noch weit interessantere Diagnose ASS.Dazu gehört ja z.B. auch stark das Thema Verständnis-Schwierigkeiten weil ja die Autistische Kommunikation anders funktioniert als die “ neurotypische“.
Kurzum stressbedingt -starke Erschöpfung inkl entsprechendem mittelschweren Depressionsniveau plus am Ende des ersten Tags wegen entzündetem Furunkels dann rüber in die Notaufnahme-ohnehin extrem empfindlich bis gar verletzlich noch dazu.Plus hinterher auf Station dann auch noch Mitpatienten auf dem Zimmer die dann auch noch rumlästern so dass ich überwiegend mich draußen aufhielt.
Dann zurück in der Psychosomatik: eine Therapeutin die mich nicht verstand und ziemlichen Verhörstil an sich hatte.Mein Problem wurde generell selbst wenn ich deutlich und drastisch wurde nicht verstanden.Glücklicherweise ging meine Bezugstherapeutin dann irgendwann in den Urlaub-die zweite Therapeutin wo ich das Abschlussgespräch hatte war hingegen super.Kurzum weil ich da in der Psychosomatik ohnehin nicht grad aus eigenen Stücken war sondern weil mein Coach mich während seines Urlaubs gut versorgt wissen wollte -was mir zuhause deutlich besser gelungen wäre …-nur dass die „,Arbeit gleich im Haus nebenan “ lauerte“.Rückblickend hätte ich nicht auf meinen Therapeuten gehört.Abgesehen davon habe ich mich in den ersten Wochen da überwiegend insgesamt eher deplatziert,wie ein Alien gefühlt in meiner Bezugsgruppe.Wie damit umgehen wenn man sich deplatziert in der falschen Gruppe befindet oder mit der zugewiesenen Bezugstherapeutin nicht klar kommt?-da sind sie,die narzisstischen Konflikte….In meinem Umfeld grad unter meinen Kollegen fühle ich mich nämlich sehr verstanden -aber in der Gruppe war das ein Problem mich da reinzufinden.Abgesehen davon war die Behandlung da -im Gegensatz zur Reha wo es Wahlmöglichkeiten gab – ziemlicher Einheitsbrei-aber gut die Kliniken die sich auf Erschöpfung spezialisiert haben und dafür auch entsprechende Behandlung haben sind selten -das ist sicher von einem Kreiskrankenhaus auf dem Land auch nicht zu erwarten.
Problem 2 ist die „Antwort“ in der allgemeinen Hausarztsprechstunde wo es dann schulterzuckend quasi heißt “ dann ist das wohl psychosomatisch“-wo es dann vielleicht sehr vielen Patienten doch sehr viel lieber gewesen wäre wenn die Laborwerte nicht “ unauffällig und gar noch absolut inne Mitte der Grenzwerte liegen.Ich glaube allerdings dass es den Hausärzten dann vielleicht aber auch schwer fällt dem Patienten vielleicht doch mal in Richtung Psychosomatik weiter zu empfehlen- und zwar gerade bei chronischen
Stresserkrankungen.
Dazu sollten dann die Hausärzte vielleicht aber auch wissen wann besonders der Psychosomatiker besonders indiziert ist.
Ich habe das meinem Hausarzt denn mal abgenommen weil ich ja vorher Dein Buch gelesen habe und es ihm direkt mal gleich empfohlen habe samt Weiterbildungstipp;)
Da kann ich nur zusammen fassen: klare & direkte Kommunikation mit dem Hausarzt ist zwar auf den ersten Blick erstmal unbequem aber sehr hilfreich-auch wenn das sich für den Patienten erstmal nicht so anfühlt, weil er bei psychosomatisch vielleicht denkt er hätte eigentlich nichts oder bildet sich das nur ein oder sei Hypochonder etc.Ihr solltet echt mehr Informationen -samt Flyern zun Auslegen als Patienteninfotmation in eigener Sache bei den Hausärzten machen, wann Psychosomatik das am besten geeignete Fachgebiet ist- nämlich gerade bei chronischem Stress & Burnout etc.Um erstmal die ganzen Vorurteile auszuräumen.
Ein Problem bleibt noch gerade bei den „Rationalos“ -das Thema Unverständnis, was das Themengebiet Mentalisierungsschwäche & Alexithymie- samt saberer Abgrenzung beider Begriffe-anbetrifft-u.a. betrifft das eben auch Autismus selbst-da wäre mehr nachfragen und mehr Empathie auch seitens der Psychotherapeuten etc sehr hilfreich, denn ständig missverstanden zu werden ist grad bei ASS -insbesondere, wenn Konfliktsituationen mit der Familie vorhanden sind ein echtes Problem was durchaus Ohnmacht oder Verzweiflung seitens der Patienten auslösen kann.Das Buch Burn on beschreibt in Sätzen wie “ …Patienten haben den Draht zu ihrem Körper weitgehend verloren“ nämlich m.E. deutlich dass Alexithymie ein sehr relevantes,aktuelles Thema ist was eher unterschätzt wird.Wenn er über je da war -das hast Du in der Folge 164 ja als Studie zitiert dass da Mentalisieren immer wichtiger wird zusammen mit dem Thema Körpergefühl.Hängt ja schon auch beides zusammen denn wer schlecht eigene Emotionenen wahr nimmt bekommt ggf psychosomatische Beschwerden und hat zudem auch noch ein fehlendes Körpergefühl und kann ggf auch Erschöpfung etc überhaupt nicht in den ersten milden Anzeichen wahr nehmen so dass der Organismus irgendwann wenn er ständig ignoriert wird dann eben auch drastisch wird in Form psychogener Lähmungen oder schwerer Migräne etc.Auch das kommt bei Autismus häufiger vor dass Hunger&,Durst oder Erschöpfung oder Schmerzen nicht wahrgenommen werden können.
Vielen Dank erstmal noch für die Vorstellung der verschiedenen Konzepte.Ich kann mir vorstellen dass die einzelnen Prozesse &Stressoren bei psychosomatischen oder Psychistrischen Krankheiten noch mal eine besondere Drastik wie oben beschrieben haben-die durch schlechte bisherige Erfahrungen in vorherigen Behandlungen oder stationären Erfahrung. Samt der Gefahr dass dann vielleicht „doch nichts somatisches gefunden wird bei der Abklärung“.Ich könnte mir vorstellen dass das eine besondere Angst sein kann weil dann ja erstmal die Schlussfolgerung sein kann dass man sich das selbst „eingebildet“ habe oder Hypochondrisch sei.Da wäre besondere Diplomatie sicher sinnvoll seitens der Therapeuten &Ärzte.
Ganz davon abgesehen davon,dass verschiedene psychische Krankheiten unterschiedlich starker Stigmatisierung unterliegen plus den aus meiner Sicht angenommenen Hauptstressoren der narzisstischen Integration und ggf der Angst von Liebesverlust.Dazu Neues unbekanntes Umfeld,Angst nicht verstanden zu werden etc.
Leider ist da auch der Satz „Stellen Sie sich mal nicht so an“ auch schon mal vorkommend seitens der Therapeuten.Empathie geht anders und Provokation ist vielleicht auch nicht ganz optimal solang sich noch keine tragfähige Beziehung herausgebildet hat.Auch da macht der Ton die Musik-Provokationen können sicher auch auf wertschätzende &respektvolle Art &Weise erfolgen statt „So schlimm ist es schon nicht,stelln se sich man nich so an“.
Infantilisierung durch Arzt&Therapeut zeugt auch nicht grad von Augenhöhe sondern eher von Überhebung seitens des Therapeuten.