In unserer 33. Sendung vom 26. November 2016 plaudern wir über das Lernen. Wir erfahren dabei viel über die Gegenwart und Zukunft von Schule durch unserem Gast Egbert, der seit 15 Jahren Grundschullehrer in Niedersachen ist. Die Sendung wurde live ins Netz gestreamt – unter großer Beteiligung von Euch. Gerne könnte Ihr bei Twitter unter #youliveyoulearn weiter mitdiskutieren. Danke an Xenim für’s Streamen!
Audioquellen unserer Diskussion:
Prof. Dr. med. Manfred Spitzer im SWR1-Leute-Podcast vom 7.8.2012
Christian Bischoff in „Die Kunst, Dein Ding zu machen“ (Podcast) vom 23.11.2016
Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Kriminologe im Inside-Brains-Podcast vom 11.11.2016
Links:
Manfred Spitzer: Digitale Demenz: Wir wir unsere Kinder um den Verstand bringen bei Amazon
Why I read a book a day (and why you should too): Tai Lopez | TED-Talk
DGPPN-Kongress für Psychiatrie in Berlin
Ken Jebsen mit seiner Medien-Plattform KenFM
Musikalischer Gast:
Zim Zum Crash mit dem Song Space Jokey (mit Dank an Ismene und Ihre Band).
Das erste Album Oneironaut erscheint im Dezember 2016 und wird hier erhältlich sein: www.zimzumcrash.com
Puh, die Sendung hat mir besser gefallen als ich befürchtet hatte, nachdem in den ersten Minuten bereits der Name „Hüther“ fiel. Wenn jemand Hüther anführt, geht mir als KJPler das Messer in der Tasche auf, weil der Herr Professor mit seinen Äußerungen zu ADHS und Ritalin ziemlichen Schaden anrichtet (https://www.psiram.com/ge/index.php/Gerald_H%C3%BCther#Auffassungen_zu_ADHS).
Leider lässt er es darauf nicht beruhen. Er hat unter anderem ein Buch mit Irina Prekop zusammen geschrieben. Prekop hat die Festhalte“therapie“ in Deutschland (u.a.) populär gemacht und vertritt eine Art schwarze Pädagogik, die übelkeiterregend ist (https://www.amazon.de/Auf-Schatzsuche-unseren-Kindern-Entdeckungsbuch/dp/3466307309).
Mir hat der kleine Einblick in den Schulaltag gefallen und das Wissen gefreut, dass sich seit meinem Ausscheiden etwas verändert hat. Leider wird das dazu führen, dass ich nicht mehr so undifferenziert über Lehrer lästern kann. Blöd!
Vielen Dank für die Erläuterungen und Ergänzungen!
Das ist ein echt großes Problem das über Ritalin und ADHS so starke Verunsicherung geschaffen wird auch über Ritalin.Dabei ist das die Richtlinien-Konforme Therapie.
Aversionsbasierte Verhaltenstherapie-meint Ihr ABA ist ja auch bei Autismus leider ein Thema-es ist echt unethisch dass es solche Therapien überhaupt gibt und die Leute solchen Heilsversprechen auf den Leim gehen und dafür auch noch privat Geld bezahlen.Ich höre von meiner Mutter-ich bin 45 und vor 2 Jahren auf ADHS diagnostiziert -an dass Ritalin böse Drogen sind etc -sie hält es nicht für nötig sich auf ADHS Deutschland etc zu informieren sondern informiert sich „anderweitig“ und filtert fein die ADHS-Kritik raus und hält das für bare Münze so wie sie auch glaubt dass meine Diagnose falsch sei weil Privatärztin.
Die ganze Diskussion um Modediagnose ADHS und ASS und ob beide nun unter-oder überdiagnostiziert sind,verunsichert vor allem-dazu kamen sogar in der Psychologie heute 2 Artikel die eher Meinungsmache waren je über ADHS sowie über ASS-warum die Diagnosen so stark zugenommen haben.
Da ist mehr Aufklärung dringend erforderlich.
Ach ja schönes Thema Bildung und grad sind ja auch 26 die neuen Pisa-Ergebnisse erschienen.Aus meiner Sicht die Hauptprobleme: zu wenig Ressourcenorientierung bzw zu starker Fokus auf Fehler/geringe Fehlertoleranz und das Problem der sozialen Undurchlässigkeit.
Was machen die besten Pisa-Länder besser???Warum lernen wir nicht von den Besten?
Es gibt auch positive Projekte wie die Doku „Treibhäuser der Zukunft“ zeigt.
Als Literatur würde ich noch „Digital Junkies“ von Bert te Wildt anfügen mit Querverweis auf die Hikikomories die er auch in Burn on kurz beschreibt.
Andere Betrachtungsweise: was erleben die Lernschwachen in der Schule:Demütigung durch Noten ohne Ende.Null Erfolgserlebnisse,wenig Hilfe und Unterstützung.Was erleben Sie hingegen in Spielen:Erfolg.Das ist auch vielleicht eine mögliche Erklärung.Und eine riesige Schwäche des erfolgsfixierten Systems.Noten können sehr gern abgeschafft werden.
Mehr praktische Relevanz wäre auchschon sehr wichtig.
Mit den Schulfächern bin ich bei Euch -vielleicht noch bisschen variiert aber inhaltlich nahe an dem was Ihr beschrieben habt.
Das wären so die Fächer &Inhalte die ich wichtig finde:
Lebenskompetenzen wie soziale Kompetenz,inkl gesund kommunizieren und gewaltfreie Kompetenz,
psychische Kompetenzen wie Mentalisierungsfähigkeit und gesunder Umgang mit Emotionen &Resilienz,Zufriedenheit-Christina Berndt,mentale Gesundheit,gesunde Ernährung inklusive Kochen.
Ethik &Philosophie-Lebenskunstphilosophie &Balance,die Philosophen der griechischen Stoa etc
Gesundheitskompetenz ganz allgemein-körperlich &psychisch &Psychosomatik,altersgerechte Psychoedukation
Noten für Sport &Musik würde ich abschaffen
Mehr lebensnahes und Anwendungsnahes Wissen-schließlich soll man in der Schule ja fürs Leben lernen…wenn das nur öfter der Fall wäre.
Klassen wiederholen zu müssen würde ich auch abschaffen.
Und viel mehr psychologisches Wissen für Lehrer inkl Wissen zu ADHS&ASS.
Mentoring&Coaching durch Lehrer,Schülerrat-analog zu Studierenden-Rat,Schüler-Gericht &Schüler in Mediation ausbilden.
Und Zeugnisse von den Schülern für die Lehrer in verschiedenen Disziplinen
Leistungsboni für Lehrer;)
Weiterbildung in gesunder Kommunikation für Lehrer.
Ansonsten keine Hausaufgaben und mehr Arbeitsgemeinschaften.
Unangekündigte Leistungstests würde ich auch abschaffen.