PC045 Sex – 10 Fragen, die Euch derzeit am meisten beschäftigen

Im 45. PsychCast sprechen wir über Eure TOP10 Fragen zum Thema Sex.

Wenn euer Podplayer chapter-marks unterstützt (Overcast macht das zum Beispiel), dann habt ihr mit dieser Folge Stoff dafür!

Hier ist der Welt-Artikel über Stealthing. Zum Bestseller “Die Psychologie sexueller Leidenschaft” vom Sexualpsycholgen David Schnarch geht es hier.

Aufgenommen mit Zencastr. Cooles tool!

Gefällt Euch diese Folge? Wir bitten Euch sehr um eine Rezension bei iTunes. An dieser Stellen einen herzlichen Dank unseren PsychCast-FREUNDEN!

20 Gedanken zu „PC045 Sex – 10 Fragen, die Euch derzeit am meisten beschäftigen

  1. Häufigkeit von Lust auf Sex / Masturbation, hier Frau. Ich vertrete die These – der Zyklus von Frauen richte(te) sich nach dem Mond und beträgt deshalb etwa 28 Tage 🙂

    Davon leite ich ab – dass Sie – wenn sie ‘am fruchtbarsten’ sind – ‘am geilsten’ sind. Nun kommt es auf die Dauer der Fruchtbarkeit an – wie lange diese Phase anhält – dann aber – vermute ich weiter – in allen Vorlieben an Quali- und Quantitäten.

    Danke fürs PodCasten 😉
    maxen

  2. zwar gehöre ich nicht zu den finanzunterstützern (natürlich nicht aus ideologischem grund), aber ich bin stets gespannt auf die nächste psychcastfolge – und wenn um einen kommentar gebeten wird, fällt mir manchmal etwas ein (ob mir eine iTunes-rezension gelingen könnte, weiß ich nicht).

    besonders wichtig fand ich, daß ein symptom nicht mehr als symbolischer ausdruck gilt, sondern die welt des betroffenen ausschlaggebend ist;
    dies mit den synapsenpfaden auch, es ist, so drückt ein hirnwissentschaftler es aus, als lege das gehirn autobahnen an – was ich persönlich ein bißchen entwürdigend finde aber wir menschen sind ja längst nicht sooo gut, wie wir gerne sein möchten.
    bei dem sado-maso-thema frage ich mich, ob es da nicht, wie beim spieler-problem, doch opferkonstellationen gibt.

    der letzte punkt, beziehungsscheitern am sex, läßt mich an die charaktereigenschaften denken, die doch eine rolle spielen, je näher sich menschen kommen; auch eine eigentlich emotionale leere kann in der wirklichen beziehung nicht verborgen bleiben.
    dafür sind dann u. a. therapeuten da…
    freundliche grüße
    monika

  3. Frauen haben durchschnittlich eine höhere Frequenz beim Partnerwechsel als Männer, haben deshalb also d.i. statistisch belegbar, mehr Sex als Männer, müssen also nicht auf die Masturbation zurückgreifen. Probleme beim Sex entstehen in den meisten Beziehungen, weil die Männer nichts aber auch gar nichts von der Sexualität der Frau wissen, d.h. sie wissen nichts von der Klitoris, dem Lustorgan der Frau, und es deshalb also nur in einem relativ geringem Prozentsatz zu einem Orgasmus bei der Frau kommt. Die Frauen verlangen von den Männern nicht, daß ihre Klitoris stimuliert wird, um befriedigt zu werden, täuschen den Orgasmus beim Sex vor oder bleiben dabei teilnahmslos. Aber Frauen haben genauso hohe Erwartungen vom Sex wie Männer und machen sich, weil sie tatsächlich unbefriedigt blieben, folglich schneller und immer wieder auf die Suche nach einem schönen Erlebnis, das sie freilich nur selten erreichen werden. Deshalb sind Frauen nicht etwa „nymphoman“, sondern allein aufgrund ihrer höheren sozialen Kompetenz und ihrer auch falschen Vorstellungen vom Mann erklärt sich die tendenzielle Promiskuität. Vor allem, niemand ist wirklich sexuell aufgeklärt und Pornographie trägt kaum zur Aufklärung bei, sondern verstetigt die falschen Klischeevorstellungen vom Sex nur. In einer Welt, in der so ziemlich alles und jedes entfremdet ist, muß auch der Sex der Entfremdung unterliegen und Pornographie ist nur ein Ausdruck dessen.

    • Wenn Frauen häufiger ihre Partner wechseln als Männer – mit wem sind die denn da so liiert ? Wenn wir von der heterosexuellen Welt ausgehen, müsste jede Frau, die einen Partner hat, rein statistisch gesehen, ziemlich genau einen Mann haben.
      Und wenn eine Frau ihren Partner x mal wechselt, haben genau x Männer (plus der erste) eine Beziehung mit einer Frau gehabt.

      Statistische Unterschiede könnten sich allenfalls ergeben, wenn es eine kleinere Gruppe Männer ist, die mit einer größeren Gruppe Frauen Beziehungen haben.

      Ich hab das auch noch nie verstanden, wieso Männer häufiger Sex gehabt haben wollen als Frauen. Ich vermute da eher ein Aussage-Bias in Richtung einer erwünschten Antwort. Männer stehen halt toller da, wenn sie mit vielen Frauen Sex gehabt haben, als Frauen, die mit vielen Männern Sex hatten.

    • Veto: ich glaube nicht, dass die Klitoris DAS Organ ist, welches einzig für einen Orgasmus “zuständig” ist. Sicher, dort finden sich Nerven, die eine Stimmulation ermöglichen, doch wenn der Kopf/ das Gehirn blockiert, kann es.m. E. keinen Orgasmus geben, “Mindfucking” ist also das Zauberwort. Und ja, hier schliesst sich der Kreis schon wieder: Männlein und Weiblein wissen entweder zu wenig darüber oder praktizieren “es” nicht…

  4. Danke für eine schöne PsychCast-Folge! Es wahr sehr angenehm wie ihr über Sex geredet habt. Leider ist das ja in unserer Gesellschaft noch oft ein Tabu-Thema.

    Zum Thema von Darwins Erklärung, warum Männer mehr Sex wollen als Frauen, kann ich mir vorstellen, dass schon die natürliche Selektion ein Grund sein könnte. Die Weibchen wollen sich ja immer den stärksten Partner suchen, somit die besten Gene für ihren Nachwuchs bekommen. Da Mann sowie Frau ihr Erbgut weitergeben möchten, will der Mann natürlich so viele Frauen wie möglich begatten. Die Frau auch, ist nur wählerisch beim Aussuchen. Dass, das mathematisch nicht aufgeht, ist klar. Somit sterben die Männchen, die es nicht schaffen ein Weibchen von sich zu überzeugen, somit werden die “schlechten” Gene aussortiert. Und genau das ist ja der Sinn, wenn man von “surival of the fittest spricht”. Aber das ist natürlich keine wissenschaftliche Begründung ;).

    Herzliche Grüße,
    Julia von Mein Leben als Psycho

    • > Zum Thema von Darwins Erklärung

      Das ist auch eine stark vereinfachte Sicht von Darwin. Daher steht die Evolutionspsychologie auch oft in der Kritik. Wenn wirklich nur die Stärksten überleben würden, warum gibt es dann noch Menschen, die schwach, krank, sensibel, freundlich, usw. sind?

      Fit wird nicht mit stark übersetzt (das wurde Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert mit guter Tendenz in die 33er Jahre gerne so interpretiert). Fit bedeutet schlicht, wer ist am besten an die Umweltbedingungen angepasst.

      Diese ganzen Interpretationen vergessen auch gerne, dass Steinzeitmenschen in einer Gruppe gelebt haben und nicht in Zweierbeziehungen. Die Menschen damals wussten auch nicht, wer der Vater eines Kindes war.

      Das Thema ist insgesamt zu komplex um einfache Antworten zu geben.

  5. Ich bin total überrascht, dass es Menschen gibt, die sagen, dass Beziehungen oft am Sex scheitern. Eure Erklärung dazu stimme ich auch voll zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn alles supi-dupi ist und nur der Sex Probleme macht, dass man sich dann einfach so trennt. Irgendwelche Lösungen findet man doch meistens. Es gibt bestimmt Beziehungen, die am Sex scheitern, aber ich würde sagen, das ist selten.

    Die Frage mir der Masturbation finde ich auch interessant.
    Ich sehe/höre überall Frauen schauen auch Pornos, Frauen masturbieren auch. Als Jugendliche war ich auch ständig in irgendwen verliebt und habe masturbiert, weil der Körperzustand das dann irgendwie verlangte, aber ich habe mir nie Bilder oder Videos dafür gesucht.
    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das gehen soll: man kommt gestresst von der Arbeit und denkt, ach ich könnte mal masturbieren? Man muss doch irgendwie Lust dazu haben?
    Ich hab kein Problem mit Lust auf Sex, aber diese Lust auf Masturbation hab ich wirklich nur in heftigen Verliebtheitsphasen und nicht mal dann masturbiere ich gern, sondern bin eher vom Körper dazu gezwungen mich zu befriedigen.
    Als Jugendlich dachte ich, dass ich so eine moderne Frau werde, die ständig Sex will und Pornos schaut. Ich bin fast enttäuscht, dass ich nicht so bin. Vielleicht fällt es mir deswegen auf, wenn bei euch im Podcast oder sonstwo gesagt wird, dass Frauen bestimmt genauso oft masturbieren. Ich verführe wirklich viel mehr als mich verführen zu lassen. Immerhin.

    Ich denk auch, dass es einerseits damit zusammenhängt, dass Verliebtheitsphasen so heftig sind und wenn alles neu ist, es dann die Hormone einfach so machen (egal, ob man gerade seine Tage hat oder den Eisprung, einfach immer), dass man sehr viel Sex will und auch mit sich selbst. Andererseits hab ich mir vorgestellt, dass es etwas körperliches ist. Vielleicht dadurch, dass bei Frauen sowieso ständig irgendwas anderes Los ist im Unterleib und öfter ja auch Schmerzen, dass man dann nicht noch darüber hinaus sich mit den Genitalien beschäftigen mag. (Ich persönlich hatte eine kleine Operation am Gebärmutterhals und die Depression beeinflusst bestimmt auch stark mein Leben auch in dem Bereich.)

    Ich glaub Männer verbinden mit ihren Genitalien nicht so viel Unwohlsein. Vor allem nicht so extrem regelmäßig, wie bei einer Menstruation bzw. Frauenarztbesuch. Ich glaub, ich hab noch nie eine Frau getroffen, die sagt sie hat nie Menstruationsprobleme. Viele sagen sogar, dass sie PMS haben, auch starke Stimmungsschwankungen und sie daran leiden. Ich stelle mir das so vor, dass Männer jeden Tag theoretisch gleich sind von den Hormonbeeinflussung her.

    Die häufigere Lust an sich selbst zu spielen, könnte doch wirklich daher kommen, dass männliche Genitalien äußerlicher sind und mehr Bewegung und Berührungen durch Kleidung usw. abbekommen? Oder vielleicht brauchen die männlichen Organe irgendeine Art von Funktionstest, quasi eine Übung für die Synapsen, wie das denn geht?

    Was ich auch interessant finde: bestimmt die meistens ganz faulen Männer masturbieren regelmäßig. Das war bei mir auch so eine Vorstellung, dass ich vielleicht zu faul bin für Sex mit mir allein oder allgemein nicht so gern aktiv beim Sex bin (außer wie gesagt bei Verliebtheit), obwohl ich Sex mag.
    Ich hab auch oft erfahren, dass gestresste Männer Lust auf Sex haben. Das kann ich mir auch gar nicht vorstellen. Wenn ich gestresst bin, denk ich an alles nur nicht an Sex. Wenn ich gut drauf bin und Zeit hab, dann sagt mir mein Körper selbst, dass ich Lust habe und dann hab ich halt Sex. Wenn ich ein Tier wäre, vielleicht wäre ich dann öfter entspannt und würde dann automatisch noch mehr Sex wollen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ich als Tier aktiver beim Sex wäre.
    Ich hab quasi die Hürden andersherum. Ich dachte als Jugendliche, ich bin so, dass ich immer aktiver Part bin und immer Lust hab und auch zu den jungen Frauen gehöre über die man sagt, ach die verbringen genauso viel Zeit mit sexuellen Dingen, wie die jungen Männer. Bin ich aber nicht. Vielleicht ist an dieser Darwin-Sicht doch was dran, obwohl ich lieber will, dass da nichts dran ist. Da weiß ich halt viel zu wenig darüber, wie andere Frauen empfinden und ob ich einfach eine statistische Abweichung bin.

    Falls einer von euch eine brauchbare Studie dazu findet, könnt ihr gern berichten.

    • > dass gestresste Männer Lust auf Sex haben

      Diesen Unterschied habe ich auch in den meisten Beziehungen festgestellt. Für uns Männer hilft Sex dabei Stress and Anspannung abzubauen, bei vielen Frauen ist Entspannung die Voraussetzung für Sex.

      Das hat die Natur nicht so schlau eingerichtet…

  6. Für mich ist das Thema “Aushandeln” ein ganz entscheidender Punkt, der nicht zur Sprache kam. Sowohl Häufigkeit von Sex als auch Praktiken und emotionale Aspekte müssen zwischen den Partnern individuell ausgehandelt werden. Dabei kommen natürlich auch Machtgefälle und Abhängigkeiten innerhalb einer Beziehung “auf den Tisch”. Einfühlsamkeit, Toleranz und Neugierde auf körperliche Empfindungen werden im alltäglichen Leben wenig geschult und bestimmen die Harmonie zwischen den Partnern ganz entscheidend. Je egoistischer und verkopfter unsere Gesellschaft ist, desto weniger gelingen stabile und dauerhafte emotionale Bindungen, die immer auch Kompromisse einschliessen. Mich hätte euere Meinung interessiert, wie grundlegend die gemeinsam (und exklusiv) erlebte Sexualität zu einer funktionierenden Paarbeziehung beiträgt und, wie ihr Tendenzen wie Polyamorie oder One-night-stands bewertet.

  7. Toller Psychcast. Dankeschön.

    Häufigkeit masturbation: bei Jungs ist es viel mehr gesellschaftlich akzeptiert, dass diese sich an das Genital greifen. Bei Mädchen wird dies meist verhindert. Ich denke schon das es stimmt, dass Männer deutlich häufiger masturbieren wie Frauen

    Konsum von pornografie: durch die online Verfügbarkeit ist natürlich pornografie viel einfacher und auch unkomplizierter vom Zugang her geworden. Allerdings denke ich, dass Männer sehr viel häufiger Pornograpische Videos konsumieren als Frauen, v.a. auch junge Mädels schauen eher GNTM denn Pornos. Generell sind Pornos ja auch auf eine männliche Art der Erotik ausgelegt, sodas es mich (Frau) persönlich weniger anspricht. Ich halte auch an der These fest, dass der erhöhte Konsum heute die Erwartungen an Sex maßgeblich verändert, allerdings aus meinen Sicht nicht zum Guten.

  8. Ich höre euren Podcast gerne. Zur letzten Folge “Sex” habe ich aber ein paar Anmerkungen:
    1. Es heißt nicht Steel-thing und wird auch nicht so gesprochen, sondern Stealth-ing (von stealth=geheim) und wird wie Ställ-thing gesprochen.
    2. Masturbation muss doch nicht zwangsläufig der schlechtere Ersatz für Sex mit einer anderen Person sein, wie Alex meinte, sondern kann doch seinen ganz eigenen Wert haben.
    3. Sollten Frauen seltener masturbieren als Männer, dann hat das vielleicht damit zu tun, dass viele Frauen länger brauchen (also mehr Zeit benötigen), um zum Höhepunkt zu kommen?
    Ganz liebe Grüße rx

  9. Gute Folge, dankeschön!
    Warum viele Beziehungen am Sex scheitern: Ich glaube, das hat sehr oft biochemische Gründe (ich komme nicht vom Fach, dehalb korrigiert mich, wenn ich was falsches sage. Beschäftige mich aber schon lange mit dem Thema , weil ich das hochinteressant finde…).
    Nimmt die Frau die Pille, ändert sich der Hormonhaushalt sowie die (unbewussten) Kriterien der Partnerwahl. Sie ist dadurch nicht mehr in der Lage, den Partner anhand ihrer natürlichen “Ur-Instinkte” auszuwählen, weil ihr Körper nicht mehr in dem natürlichen Fortpflanzungs-Modus ist. Ganz entscheidend hierfür ist der Geruchssinn, welcher aber unter der Pille ebenfalls nicht mehr ursprünglich funktioniert, was die Partnerwahl angeht. Außerdem kann die Pille negativen Einfluss auf die Libido haben.
    Folgendes ist nun meine eigenr Theorie, keine Ahnung, inwieweit das wissenschaftlich tragbar ist, aber in meinemKopf macht es Sinn 😉
    Findet sich ein Paar, während sie die Pille nimmt, ist erstmal alles schön und gut.
    Kommt es dann aber irgendwann zum Kinderwunsch und sie setzte die Pille ab, befindet sich also wieder in ihrem eigentlichen/normalen Hormonhaushalt, kann es zu Problemen kommen. Zum einen, was die Lust aufeinander angeht, zum andern aber auch, weil die Frau nicht schwanger wird.
    Es ist ja so eingerichtet, dass sich Menschen sexuell anziehend finden, wenn sie genetisch sehr unähnlich sind. Damit das Kind die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben hat. Durch die Pille ist dieses natürliche Auswahlverfahren aber gestört worden, vielleicht passt das Paar (rein biologisch!!!!) überhaupt nicht zusammen.
    Es ist ja keine Seltenheit, dass Paare, die ihr Leben perfekt durchorganisiert haben (Karriere, finanzielle Sicherheit, gesellschaftliches Ansehen, gesunder Lebensstil etc.) ungewollt kinderlos bleiben, obwohl doch (rein äußerlich) alle Voraussetzungen eigentlich stimmen…..
    Diese Problematik der ungewollten Kinderlosigkeit in gesellschaftlich schlechter gestellten Schichten kaum vorhanden (ich bin Sozialpädagogin und arbeite seit Jahren in diesem Bereich). Das “Matching” funktioniert wesentlich besser (rein auf die Fortpflanzung bezogen!!!!!!)….
    So toll die Pille auch sein mag – die Neben- und Auswirkungen sollte man nicht ausser acht lassen……

    So, ich hoffe, es war irgendwie verständlich, was ich sagen wollte 🙂

    • Den Einfluss der Pille sehe ich ganz genau so !
      Beispielsweise ändert sich der Geruch einer Frau ändert sich (finde ich zumindest subjektiv) sehr deutlich, wenn sie die Pille (nicht) nimmt. Geruch ist ein Abbild des Immunsystems. Homo sapiens sapiens ist erfolgreicher, wenn immunstark. Gemischte Immunsysteme stärken das Immunsystem des Nachwuchses.

      Nebenbei:
      Dass Frauen in ihren fruchtbaren Tagen wesentlich weniger Kleidung (in der Disco) tragen als an anderen Tagen, ist hübsch untersucht worden. Ebenso, dass sie in fruchtbaren Tagen auf andere Typen stehen (eher auf die besonders männlich markanten) als in den nichtfruchtbaren (da eher auf etwas weiblichere Charaktere).

      Meine Freundin ist auch nach etlichen Beziehungsjahren in ihren fruchtbaren Tagen sexuell sehr viel interessierter als an anderen.

    • Die Pille verändert nicht nur die natürlichen Mechanismen der Partner Wahl, sie dreht zwei entscheidende Marker wirklich um. Die Konsequenzen dieser Tatsache sind unvorteilhafte genetische Kombinationen, um es mal sehr trocken zu formulieren.
      Interessanter Aspekt ist der, der sozialen Schicht, da stellt sich mir die Frage ob gesellschaftlich/bildungstechnisch besser Gestellte, eventuell signifikant gewissenhafter verhüten? Was ja durchaus durch bessere Aufklärung u elterlichen Karriere-Vorlebens” denkbare Effekte wären.
      Was die Masturbation angeht, denke ich, der Faktor, dass Frauen einem schwankenden Hormon Zyklus unterliegen, Männer dagegen derartige Schwankungen, nur einmal in der Pubertät erleben Beachtung finden muss. (jahreszeitliche Einflusse wirken ja auf beide Geschlechter, daher seh ich die mal als kontrolliert an). Gesellschaftliche Klischees u Gebräuche , pubertäres Vergleich u Konkurrenz Denken und Erkundung der sexuellen Veränderungen mit Gleichaltrigen(z.B. pubertäres Verhalten a la “keks-wichsen” – wird man bei Mädels gleichen Alters deutlich seltener finden, vermute ich mal), spielen denk ich auch eine große Rolle, als sozial-gesellschaftlicher Rahmenfaktor.
      Was die biologische Mission angeht: sucht “die Frau” einen genetisch günstigen Partner, der aber auch den Nachwuchs versorgen kann, währenddas genetische Programm des Mannes, tendenziell möglichstviele Nachkommen, und möglichst viele genetische Variationen hinterlassen will, und physisch ja auch durchgängig ‘bereit u willig’ ist, biologisch betrachtet.
      Also zwei durchaus nicht ganz identische Suchkriterien. Die die häufige Kombination älterer gut situierter Männer mit jüngeren Frauen, und konträr junger Männer im sexuellen ‘Jagdfieber’, sehe ich als Resultat diser unterschiedlichen Tendenzen.
      Pornos, früher deutlich Männersache, werden durch Internet, auch langsam bei Frauen ‘populärer’, allerdings glaube ich dass Männer als maximale “Augentiere” trotzdem Hauptkonsumenten bleiben, bei erotischen Hörbüchern würde ich dagegen vermuten das weibliche Hörer häufiger sind.

      Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

  10. Huhu, lieben dank für Euren podcast. Ich wollte gerne etwas zum Thema S-M kommentieren: Ich-Syntonie bedeutet nicht immer kein Leidensdruck. Es findet meines Erachtens auch von Fachleuten leider häufig eine Verharmlosung dieser Thematik statt im Sinne von “mal ein bisschen geschlagen wird”. S-M wird von denjenigen mit dieser Vorliebe häufig als einzige sexuelle Variante praktiziert mit Steigerung der “Dosis” mit immer härteren Praktiken. Es wird auch nicht nur ein “Klaps auf den Po” gegeben, sondern es wird mit Peitschen blutig geschlagen, gefesselt, gewürgt, verbal gedemütigt und Ähnliches. Wenn man mit Patientinnen spricht, ist es auch ist es in der Realität wohl nicht so, dass scheinbar immer alles so “autonom” und einvernehmlich (zumindest innerlich so wahrgenommen) abläuft wie nach außen inzwischen immer dargestellt. Das Thema hat Eingang in die breite Öffentlichkeit gefunden, man kämpft darum, nicht mehr stigmatisiert zu werden, was ja grundsätzlich auch richtig ist. Jedoch ist eine unkritische Verharmlosung zu beobachten. Nicht wenige Patientinnen berichten sehr wohl von einem Leidensdruck im Nachhinein in Form vom Scham, Weiterführung des unausgeglichenen Machtverhältnisses in der Beziehung und ähnlichem. S-M kann dazu dienen, tieferliegenden Wunden zu kompensieren, aber wie jede neurotische Abwehr meist nicht dauerhaft. Ich fand es auch sehr interessant, dass ihr eigentlich nicht gerne über das Thema sprechen wolltet und dann am Ende “komm fertig” (nach dem Motto “schnell weg”) vom Thema. S-M Praktiken werden unter F65.5 ICD-10 auch nach wie vor aufgeführt meines Wissens nach. So unzutreffend eine reflexartige Pathologisierung gewisser sexueller Vorlieben ist, so unzutreffend ist aber auch die Verharmlosung der S-M-Praktik generell. LG, Esther

  11. Masturbation. Eine von Darwin abweichende Interpretation.

    Wer einmal klebrige Reste am Bauch hat, die Bettwäsche bekleckert ist und dann noch dumme Sprüche kommen, wird das, wenn einmal erlernt, auch bewußt verhindern. Also regelmäßige Abhilfe für einen ruhigen Schlaf. Frauen sind insoweit begünstigt, eine längere störungsfreie Zeit zu haben, aber lästigeren Folgen ausgesetzt. Und: Da gibt es keine Abhilfe.
    Normalen Sex mit Kuscheln, Schmusen, Necken, Riechen und Schmecken kann eine Masturbation nicht ersetzen. Drum ist es der Natur ganz egal. Sie hat besser programiert.
    Übrigens masturbieren auch Wellensittiche. Die brauchen nur einen Spiegel oder ein kleines Spielzeug, um in diesen Erregungskreislauf zu kommen. Unabhängig von einem Tier (waren allerdings nur Männchen). Es scheint natürlich zu sein.

    Sadomasochismus. Was ist, wenn die Partner nicht einig sind.
    Meine Frau kam nach etwa 8 Ehejahren und drei Kindern darauf zu sprechen, ohne das Pornokonsum Anlaß gewesen sein könnte. Ich habe mich anfangs saudumm angestellt, bis zuletzt konnte ich das nicht nachvollziehen, habe aber versucht, mit schauspielerischem Gehabe den vermutlich gewünschten Eindruck zu erzielen.
    Bleibt die Unsicherheit: wie wurde das jetzt aufgefaßt, war alles ok. Trotz großer Offenheit: eigentlich ist das krank, oder bin ich es, weil es mir nicht gelang, das nachzuvollziehen. Das drohte, ins Selbstzerstörerische abzugleiten, so gewollt vom Partner. Eine Wahl hat mann da nicht, es ist schwer, so eine Rolle zu spielen und manchmal auch sich weigern zu müssen. Gut, das dann spanking-Filmchen kamen, die wohl besser geeignet waren. Frauen sehen weniger Porno? Ja, ich mußte solche Filmchen suchen, zweitausend davon waren dann wohl passend. Wer eine Trennung empfiehlt, ist trotzdem weltfremd: Eine Ehe umfaßt eben mehr als Sex. Mal hellhörig werden, wenn die Frau/der Mann sich grundlos aggressiv verhält – dies kann eine unbewußte Äußerung der Wünsche sein, “bestraft” zu werden. Schmerz und Lust können zusammenhängen, aber bestimte gewünschte Gewaltformen scheinen doch eher psychopatisch zu sein, ein Gegenpol zu einer natzißtischen Störung vielleicht? Die Redaktion weiß mich zu erreichen.
    Die Menge und Länge der Beiträge zeigt, das die sexuell/psychischen Probleme einen wesentlich größeren Raum einnehmen. Und: ohne ins Sexuelle abzugleiten,
    sollte über psychische Probleme in diesem Kontext mehr besprochen werden, ein Freud2 sozusagen. Auch im Hinblick auf Suizidalität ein entscheidender Faktor (Die Redaktion kann sich mit mir gerne in Verbindung setzen. Ich darf hier nur auf den Umstand hinweisen.)

    Vielleicht kann aus dieser Problematik “Psyche und Sex” ein eigener Faden entstehen, der helfen kann, solche früher nicht so existenten Zusammenhänge zu erleuchten. Als Ratgeber, psychische Fehlentwicklungen zu vermeiden – wie sollte ich womit umgehen. Man findet einen Partner, und ist plötzlich mit manch Unerwartetem konfrontiert. Es gibt nichts, was einem in der Situation objektiv hilft.

    LG Peter

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